Hofburg Brixen

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Hofburg Brixen: Glanz und Gloria der Fürstbischöfe

Wenn du vom riesigen Domplatz nur ein paar Schritte weiter in Richtung Süden schlenderst, stehst du vor einem Bauwerk, das dich sofort in eine andere Zeit katapultiert: die Hofburg Brixen. Sie ist nicht nur ein Museum, sondern das ehemalige Machtzentrum. Über Jahrhunderte residierten hier die Fürstbischöfe, die als geistliche und weltliche Herrscher das Schicksal Südtirols und darüber hinaus lenkten. Ihr Einfluß reichte bis an den Bleder See – was du in den Bildern der Hofburg sehen kannst.

Die Hofburg ist als Palast der Fürstbischöfe ein besonderes Gebäude – und einzigartig. Es gibt nur drei Hofburgen auf der ganzen Welt: Die Hofburg in Wien, die Hofburg Innsbruck und die Brixner Hofburg. Das Außergewöhnliche an der Brixner Hofburg: Sie ist ein ehemaliges Wasserschloss – du kannst bei deinem Rundgang durch die Altstadt Brixen heute noch den Wassergraben vor dem Ostflügel sehen.

Innenhof der Hofburg Brixen: Renaissance-Loggien wie in Florenz

Blick in den Innenhof der Brixner Hofburg
Blick in den Innenhof der Brixner Hofburg

Sobald du durch das Portal der Hofburg trittst, stehst du in einem weiten Innenhof, der mit seinen dreistöckigen Renaissance-Loggien eher an einen prächtigen Palazzo in Florenz rund um die Ponte Vecchio erinnert, als an eine Tiroler Burg. Diese eleganten Rundbögen und Säulen wurden ab 1595 unter Fürstbischof Andreas von Österreich errichtet und geben der Anlage ihre unverwechselbare Pracht.

Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du an den Fassaden 24 Terrakotta-Statuen. Sie stellen die Ahnen der Habsburger-Dynastie dar. Warum ausgerechnet hier? Das war pure Diplomatie! Die Brixner Bischöfe waren Reichsfürsten und wollten ihre enge Treue zum Wiener Kaiserhaus unmissverständlich zur Schau stellen. Stell dir vor, wie hier früher die Gespanne über das Kopfsteinpflaster rollten – die Akustik im Hof ist heute noch so beeindruckend wie vor 400 Jahren.

Das Diözesanmuseum Brixen: Kunstschätze in 70 Sälen

Hinter den Türen wartet eines der wichtigsten Kunstmuseen Italiens auf dich. Auf über 70 Räume verteilt sich hier eine Sammlung, die dich von der Romanik bis in die Moderne führt. Besonders prächtig ist der unschätzbar wertvolle Brixner Domschatz – hier glitzert es an jeder Ecke von Gold und Edelsteinen. Hier findest du alles, was das Herz eines Kulturfreundes höher schlagen lässt. Besonders beeindruckend sind der Kaisersaal und die Prunkräume der Bischöfe. Hier kannst du hautnah erleben, wie luxuriös man im 18. Jahrhundert lebte – die kostbaren Seidentapeten, kunstvollen Kachelöfen und prunkvollen Stuckdecken sind originalgetreu erhalten geblieben.

Die berühmte Brixner Krippensammlung: Ein Wimmelbild aus Holz

Das Krippenmuseum in der Hofburg Brixen
Das Krippenmuseum in der Hofburg Brixen

Verpasse auf keinen Fall das Krippenmuseum im Erdgeschoss, das in den Kreuzgrat- und Tonnengewölben der ehemaligen Hofküche untergebracht ist. Brixen gilt als eines der bedeutendsten Zentren der Krippenkunst weltweit, und was du hier siehst, sprengt den Rahmen einer klassischen Weihnachtskrippe bei Weitem. Hier wird nämlich nicht nur die Geburt Jesu gefeiert, sondern das gesamte Heilsgeschehen in drei Jahrhunderten Tiroler und italienischer Handwerkskunst lebendig.

Der Grundstock der Sammlung ist die Jahreskrippe der Gebrüder Probst. Dieses Mammutprojekt wurde 1792 von Fürstbischof Lodron in Auftrag gegeben und umfasst mehr als 5.000 Figuren in über fünfzig verschiedenen Szenen. Es ist ein echtes „Wimmelbild aus Holz“: Von jüdischen Tempelszenen über die Wunder Jesu bis hin zur Passion ist alles dabei. Stell dir vor, früher wurde wohl jeden Sonntag eine andere Szene im Vorzimmer des Bischofs gezeigt – ein spirituelles Kino der Barockzeit!

Daten, Fakten und kleine Anekdoten

  • Der Burggraben: Auch heute noch ist der Graben an der Süd- und Ostseite mit Wasser gefüllt. Früher war der Zugang zur Burg ausschließlich über eine Zugbrücke an der Ostseite möglich. Wer heute durch das Hauptportal geht, betritt historisch gesehen den Bereich, der einst nur mit hochgezogener Brücke sicher war.
  • Terrakotta-Armee von Brixen: In den Nischen des Innenhofs stehen 24 lebensgroße Terrakotta-Figuren. Sie wurden um 1600 von Hans Reichle geschaffen. Sie stellen nicht etwa Heilige dar, sondern die Ahnenreihe der Habsburger.
  • Fakt am Rande: Ein Teil des ausgestellten Domschatzes ist nicht nur Ausstellungsstück im Dommuseum, sondern wird bei besonders hohen kirchlichen Feiertagen auch heute noch in der Domsakristei für den liturgischen Gebrauch genutzt.

Wann ist die Hofburg Brixen geöffnet?

Hofburg Brixen ÖffnungszeitenWochentageUhrzeit
Sommersaison (Juni – September)Täglich10:00 – 18:30 Uhr
Restliches Jahr (Oktober – Mai)Täglich10:00 – 17:00 Uhr
OstersonntagGeschlossen
24. & 25. DezemberGeschlossen
  • Kein Ruhetag: Anders als viele andere Museen in der Region kannst du die Hofburg auch problemlos an einem Montag besuchen.
  • Letzter Einlass: Plane deinen Besuch so ein, dass du spätestens eine halbe Stunde vor Schließung vor Ort bist, um zumindest noch einen Teil der Sammlung sehen zu können. Da das Museum über 70 Säle hat, lohnen sich aber eher 1,5 bis 2 Stunden.
  • Diözesanarchiv: Falls du dort recherchieren möchtest, gelten andere Regeln. Das Archiv ist von Montag bis Freitag (10:00 – 17:00 Uhr) zugänglich, allerdings nur mit Voranmeldung.
  • Abend-Events: Im Winter finden Licht-Shows im Innenhof statt. Diese haben eigene Ticketpreise und Einlasszeiten.

Wo ist die Hofburg Brixen?

Bilder Hofburg Brixen

Hofburg Brixen in Südtirol
Hofburg Brixen in Südtirol
Hofburg Brixen
Die Hofkirche in der Hofburg Brixen
Die Hofkirche in der Hofburg Brixen

PERSÖNLICHER TIPP
Nach dem Besuch der Hofburg kannst du in wenigen Minuten über den Domplatz gehen. Dort lohnt sich ein Blick in den berühmten Dom zu Brixen – und natürlich der Besuch des berühmten Kreuzgangs.

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