Die Jahrtausendsäule in Brixen
Wenn du an der Südwest-Ecke des Domplatzes stehst, genau dort, wo der Weg Richtung Hofburg abzweigt, kannst du die Jahrtausendsäule gar nicht übersehen. Sie wirkt so, als gehöre sie schon immer dorthin, doch ihre Entstehung war eine echte Geduldsprobe für die Brixner. Eigentlich sollte das fast zehn Meter hohe Monument pünktlich zum 1000-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1901 eingeweiht werden. Doch wie das oft so ist mit großen Plänen, reichte das Geld hinten und vorne nicht. Erst acht Jahre später, im Oktober 1909, wurde sie schließlich feierlich enthüllt. Dass sie heute genau am Übergang zwischen dem Dom und der Hofburg steht, ist kein Zufall – sie markiert symbolisch die Schnittstelle zwischen der Kirche und der weltlichen Macht der Bischöfe.
Steinerne Stadtgeschichte zum Anfassen
Die Säule ist ein schönes Fotomotiv, aber nicht nur. Ganz oben auf der Spitze des Denkmals steht das Osterlamm mit seiner Siegesfahne. Das kommt dir sicher bekannt vor, wenn du durch Brixen spazierst, denn es ist das offizielle Wappentier der Stadt und der Diözese. Direkt darunter, auf dem Sockel, begegnest du dem Mann, dem Brixen seine Existenz verdankt: Bischof Zacharias. Er war es, der im Jahr 901 das kleine Gut „Prichsna“ geschenkt bekam. Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du eine kleine Putte zu seinen Füßen, die ihm ganz brav die Schenkungsurkunde überreicht. Es ist faszinierend zu sehen, wie detailreich der Bildhauer Norbert Pfretzschner die Gründungslegende hier verewigt hat.
Heldenmut und Glaube in Bronze
Es lohnt sich, den Sockel der Säule einmal komplett zu umrunden, denn an den Seiten befinden sich drei Bronzereliefs, die dir von den dramatischsten Momenten der Region erzählen. Auf der einen Seite siehst du noch einmal die offizielle Schenkung des Landes, während die Vorderseite dem Heiligsten Herzen Jesu gewidmet ist – ein tief verwurzeltes Symbol für den göttlichen Schutz in Südtirol. Besonders berührend ist das Relief auf der linken Seite. Es zeigt den Tiroler Freiheitshelden Peter Mayr, wie er sich kurz vor seiner Hinrichtung im Jahr 1810 von seiner Frau verabschiedet.
Wo ist die Jahrtausendsäule in Brixen?
Bilder Jahrtausendsäule Brixen



MEINE PERSÖNLICHEN TIPPS
Für mich gehört die Jahrtausendsäule zu einem Spaziergang durch die Brixner Altstadt dazu. Während die meisten Besucher nur schnell ein Foto vom Dom machen, verrät dir die Säule, wer hier früher das Sagen hatte und warum Brixen heute so aussieht, wie es aussieht. Setz dich kurz auf die Stufen am Sockel, lass das Treiben auf dem Platz an dir vorbeiziehen und stell dir vor, wie die Menschen hier vor über 100 Jahren standen, um die Einweihung ihres „Millennium-Denkmals“ zu feiern. Von hier aus ist es übrigens nur ein Katzensprung zum Eingang der Hofburg, wo du dir auch Tickets für den Weißen Turm sichern kannst: Das erwartet dich im Weißen Turm.

